Camino del Norte #2 – Strand soweit das Auge reicht

Strand, Beach, Laredo, Camono del Norte, Jakobsweg, Nordspanien

Camino del Norte – 2. Etappe – 25.05.2015 – Laredo bis Noja

Für mich eine der beeindruckendsten Etappen auf unserem Camino – aber erst hieß es eine Fähre nach Santona zu ergattern und somit früh aufzustehen und einen Bussprung von Castro-Urdiales nach Laredo zu machen.

Google ist in diesen Situationen äußerst hilfreich, denn so konnten wir den entsprechenden Bus schnell ausfindig machen und die Haltestelle in Laredo leicht identifizieren.Strecke Etappe zwei Camino del Norte, von Laredo bis Noja

Die eigentliche Etappe sollte von Laredo nach Güemes gehen, knapp 30 km. Die Erfahrung des ersten, für uns schweren, Tages hatte uns jedoch dazu gebracht, diesen Abschnitt auf zwei Tage aufzuteilen, um erst einmal in den ungewohnten Wanderrhythmus zu kommen.

Wir starteten am Strand von Laredo. Ein echt atemberaubender Anblick – man durchschreitet die Häuserreihe, überquert die Dünen und vor dem Auge baut sich ein wunderschönes Panorama auf. Heller, weicher Sand am breiten, kilometerlangen Strand an dem wir  eigentlich hätten verweilen wollen. Leider war es recht frisch, so dass wir weitergingen.

Camino del Norte, Strand bei Laredo, Startpunkt der Wanderung am 25.05.2015.

Faehre von Laredo nach Santoña, Boot, Camino del NorteDie Fähre legte am Ende des Strandes, an einer Landzunge (Puntal), ab. Dort an der Fähre, kleines Boot wäre wohl zutreffender, sahen wir die ersten Pilger, u. a. Joe, dem wir von diesem Zeitpunkt an immer wieder begegnen sollten.

Nach einer ca. 10-minütigen Überfahrt war in Santoña erst einmal Frühstück angesagt, natürlich mit dem obligatorischen Café con Leche.

Hier trafen wir auch Joe wieder mit dem wir schnell ins Gespräch kamen. Joe war ein Wiederholungstäter, der schon ein paar mal den Camino Frances bewältigt hatte und sich jetzt am Camino del Norte probierte. Nach einem interessanten Gespräch trennten sich unsere Wege erst einmal, da Joe die Etappe durch eine zusätzlichen Ausflug verlängern wollte.

Der Weg führte uns, dankenswerterweise äußerst flach, vorbei an einem Naturschutzgebiet für Vögel, einem Gefängnis mit alten historischen Mauern, wieder nah ans Meer durch eine beschauliche Siedlung. So konnten wir immer wieder vom Weg abweichen und uns am Anblick des Meeres und der Strände berauschen.

Vom Strand von Berria aus hatten wir einen guten Blick auf eine hoch aufragende Felsnase, El Brusco,  auf der sich scheinbar ein kleiner Weg hinauf schlängelte. Scherzhaft sagte ich zu Patrizia, dass das bestimmt unser Weg sei – wie recht ich doch haben sollte.

In unserem Führer nur im Nebensatz erwähnt, führte der sandige und zum Camino del Norte, steiler Aufstieg zwischen Laredo und Noja, Felsnase El Brusco.Teil sehr steile Weg zu einem schmalen Pass hinauf. So steil, dass Patrizia ab und an auf allen Vieren hochkroch, um mit dem schweren Rucksack nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Oben angekommen, öffnete sich der Blick auf die wunderbare Bucht und den ewig langen Strand von Noja, auf dem wir dann die letzten Kilometer der Etappe gelaufen sind. Der Strand war übersät mit kleinen und großen Felsformationen. Ein sehr schöner Anblick.

Blick von der Felsnase El Brusco auf den Strand von Noja.Felsformationen am Strand von Noja am Camino del Norte.

Über Airbnb bzw. Booking.com hatte ich mich unterwegs über evtl. Unterkünfte informiert und eine kleine süße Pension La Casona B&B ins Auge gefasst. Dort angekommen trafen wir leider niemanden an, die berüchtigte Siesta hatte wieder zugeschlagen. So schlenderten wir durch das kleine Städtchen auf der Suche nach einem Schlafplatz. Müde und hungrig.

Und wieder zeigte der Camino seine Magie – wir wurden von einer Frau aus ihrem Garten angesprochen, ob wir eine eine Unterkunft suchten. Sie sagte uns, dass ihre Schwester ein Zimmer für uns hätte. Sie wäre allerdings noch beim Essen und würde gleich zu ihrer Pension gehen. Wir sollten schon vorgehen, die Unterkunft wäre um die Ecke. Dreimal dürft ihr raten, um welche Pension es sich handelte. Genau die, die ich sowieso schon ausgesucht hatte: La Casona B&B.

Elena ist die überaus nette Besitzerin der Pension. Wir bezogen ein schönes, großes und sauberes Zimmer und wurden mit einigen Informationen versorgt. 

Da es noch früh am Tag war, gingen wir auf eine Erkundungstour und bewanderten die Küste von Noja, holten uns unseren wohlverdienten Stempel im Pilgerpass und eine leckere Kleinigkeit zu Essen.

Bei Noja handelt es sich um eine typische Touristenstadt. Die in Bilbao und anderen größeren Orten lebenden Spanier, haben in Noja Ferienwohnungen, die sie am Wochenende oder in den Ferien bewohnen. Da zu der Zeit keine Ferien waren und das Wetter auch noch nicht zum Baden einlud, war Noja wie ausgestorben. In 80% der Häuser waren die Fenster verrammelt und es war auch sonst nix los.

Wir sagten uns, wenn wir keine Lust mehr hätten weiterzulaufen und das Wetter besser werden würde, könnten wir nach Noja zurückkehren und uns am Ende unseres Urlaubs noch ein/zwei Tage am Strand erholen.

Da wussten wir noch nicht, dass wir getrieben von der Lust aufs Laufen freiwillig auf eine Erholung verzichten würden.

Guido

Es darf kommentiert werden:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.