Camino del Norte #4 – Stadt, Land, Meer

Jakobsweg, Fernwanderweg, Küstenweg

Wir hatten ein gutes Händchen bei der Auswahl der Etappen. Vor uns lag ein weiterer Höhepunkt unseres Jakobsweges.

Wir standen um 06.00 Uhr auf, weil wir früh aufbrechen wollten.

Unsere Gastgeber hatten uns ein tolles Frühstück zubereitet. Selbstgemachte leckere spanische Tortillas, kleine Gebäcke, frischer Orangensaft und natürlich Café con Leche stärkten uns für den Tag.

Glücklicherweise hatte es über Nacht aufgehört zu regnen. Dafür war es richtig kalt. Unsere Tour startete bei knapp 11-12 Grad, aber einer ganz wunderbaren Stimmung. Kleine Nebelschwaden lagen in der Luft, die Luft war klar, kleine Quellwolken an einem sonst wolkenfreien Himmel ließen uns den kommenden sonnigen Tag bereits erahnen. 

Es ging wieder Richtung Meer der Küste entgegen.

Beim Hinauslaufen aus Güemes folgten uns auch die ersten Pilger aus der nahen Herberge. Da jeder aber ein anderes Tempo hatte, verlief sich die Gruppe relativ schnell wieder.

Als wir dachten, es hätten uns alle überholt, tönte es zu unserer Überraschung plötzlich von hinten “No Vino, no Camino”. Joe hatte scheinbar einen ähnlichen Rhythmus wie wir. Nachdem wir uns jetzt schon öfters über den Weg gelaufen waren, wurde es Zeit die (richtigen) Namen auszutauschen und ein paar Selfies zu knipsen. Wir liefen eine Weile gemeinsam und redeten über Gott und die Welt. Dann zog Joe sein Tempo wieder an.

Der Weg nach Santander war sehr schön, einer der schönsten unserer Fernwanderung. Bereits nach 1,5 Stunden hatte uns das Meer wieder. Ab hier ging es nur noch auf einem Trampelpfad direkt am Meer entlang. Malerische Steilküsten und einsame Traumstrände säumten unseren Weg. Hier und da lagen ein paar Surfer in den Wellen. Entspannung pur.

Hier ist uns wirklich bewusst geworden, wie viel mehr man von einem Land sieht, wie viel mehr man lebt, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Mit einem Auto wären wir wahrscheinlich nie in diese Gegend gekommen. Es gab ja auch kaum Straßen, die bis zur Küste führten. Auch wenn das Ganze sehr anstrengend war. Langsam hatten wir mit einigen körperlichen Problemen zu kämpfen. Vor allem die Füße machten uns Sorgen. Patrizia hatte bei unebenen Untergrund stechende Schmerzen unterm Fuß und bei mir schwoll regelmäßig die Achillessehne am linken Fuß an. Das machte die Etappen nach 8-10 gelaufenen Kilometern sehr unangenehm. An diesem Tag fingen wir an, die Füße abends komplett mit Voltaren einzuschmieren. Nach 2 – 3 weiteren Tagen kamen Ibupropfen-Tabletten zum Einsatz. Wie wir später von anderen Pilgern erfahren haben, ist das relativ normal auf dem Camino. Jeder schmeißt etwas gegen die Schmerzen ein …

Kurz vor Santander ging es über den kilometerlangen Sandstrand von Somo.Überraschenderweise begegneten wir dort dem Amerikaner aus dem Restaurant in Güemes. Wer hätte gedacht, dass er genau zur gleichen Zeit mit seiner Frau am Strand spazieren geht und dann auch noch auf dem gleichen Strandabschnitt des ewig langen Strandes unterwegs ist !Jakobsweg, Kuestenweg, Nordspanien, Somo, Strand, Sandstrand

Wir unterhielten uns eine Weile und nachdem er uns ein Café am Strand empfohlen hatte, wo wir uns stärken könnten, trennten sich unsere Wege wieder.

Im Café aßen wir eine Kleinigkeit, beobachteten das bunte Treiben am Strand und genossen den Sonnenschein. Allerdings war es sehr windig und somit von sommerlicher Wärme ein ganzes Stück entfernt.

Jakbsweg, Kuestenweg, Nordspanien, Somo, Strand, Sonnenanbeter

Unser Weg führte uns anschließend durch das Wohnviertel von Somo zu einem kleinen Fähranleger. Von hier gelangt man in 20 Minuten mit einer Fähre über die Bucht direkt in die Innenstadt von Santander. Sehr praktisch. Auf die Fähre warteten noch 3 andere Deutsche, ein Pärchen und eine ältere Frau, die alleine wanderte. Sie trafen wir auf den weiteren Etappen noch ein paar Mal.

Natürlich hatten wir unterwegs per Booking.com eine Unterkunft gebucht. Diesmal sollte es ein sehr schönes Hotel sein, das erst vor kurzer Zeit eröffnet wurde – das Hotel Art Santander. Santander ist sehr hügelig und unser Hotel lag natürlich oberhalb der Altstadt. So hieß es am Ende nochmal alle Kräfte zusammen zu nehmen und die steilen Straßen zu unserem Hotel zu erklimmen. Die Anstrengung hatte sich aber gelohnt. Für 70€ die Nacht hatten wir ein tolles Zimmer, King Size Bett, modernes Bad, Riesenfernseher – den größten, den ich jemals in einem Hotelzimmer gesehen hatte, einen Balkon und eine Nespressomaschine mit so vielen Kapseln, wie wir wollten. Ein wahrer Luxus im Vergleich zu den sonstigen zwar sehr schönen aber doch eher einfachen Unterkünften. Der Balkon wurde sofort genutzt und zum Trockenraum für die gewaschenen Socken und Oberteile umfunktioniert.

Nach einer warmen ausgiebigen Dusche und einer kurzen Erholungsphase ging es zum Essen runter in die Altstadt. Leider hatten wir mal wieder nicht bedacht, dass man in Spanien sehr spät essen geht, zu spät für uns Frühaufsteher. So mussten wir auf das zurückgreifen, was offen hatte. In unserem Fall eine Burgerbude. Besser als McDonalds, aber leider noch nicht das Niveau, das wir aus Köln gewohnt sind. 

Der Tag endete entspannt bei einem Gläschen Wein und ziemlich früh. Wir waren erledigt. Insgesamt hatten wir 18 Kilometer hinter uns gebracht und waren 4,5 Stunden unterwegs.

Jakobsweg, Kuestenweg, Etappe, Strecke, Runtastic

Guido

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