Camino del Norte #5 – unsere längste Etappe – Santander nach Comillas

Jakobsweg, Fernwanderweg, Küstenweg, Jakobsmuschel

Nach einem ausgiebigen Frühstück im schönen Hotel Art in Santander haben wir uns zu unserer 5. Etappe auf dem spanischen Küstenweg (Camino del Norte) aufgemacht. Wir hätten ein bis zwei Tage in Santander bleiben können. Die Stadt bietet definitiv Einiges, um sich ein paar schöne Tage zu machen. Wir hatten jedoch überhaupt keine Lust auf städtisches Treiben und wollten schnellstens wieder raus. Wir machen gern Städtereisen aber bei diesem Urlaub standen das Wandern, die Landschaften und die Ruhe im Vordergrund. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits von dem Wandervirus infiziert.

Da diese Wanderung nicht den Zweck der Selbstkasteiung hatte, wollten wir uns die Zeit auf dem Weg natürlich auch so schön wie möglich gestalten. Deshalb haben wir die hässliche Gegend um Santander einfach mit dem Bus übersprungen. Wer Busverbindungen in Spanien und speziell im Norden Spaniens sucht, ist mit den Seiten www.alsa.eswww.lacantabrica.net und www.transportedecantabria.es gut beraten. Die Tickets kann man online oder an den Busbahnhöfen (in den größeren Ortschaften) kaufen. Hat bei uns alles mehr oder weniger gut geklappt, am Ende sind wir immer dort angekommen, wo wir hin wollten.

Bei diesem Bussprung ging es in Richtung San Vicente de la Barquera (Endstation), für uns bis Santillana del Mar. Von dort aus sind wir nach Comillas – 21,84 km – gewandert. Camino-del-Norte-Etappe von Santillana del Mar nach ComillasEinige halten sich mehrere Tage in Santillana auf. Das Städtchen verfügt über einen wunderschönen mittelalterlichen Ortskern. Richtig gemütlich und heimelig, sehr gut restauriert und deshalb auch überflutet mit Touristen. Nichts für uns.

Camino-del-Norte-Küstenweg-Jakobsweg

Wie der Zufall es will, trafen wir im Bus die allein reisende Deutsche, die wir schon auf der Fähre von Somo nach Santander gesehen haben. Kamen ins Gespräch. Sie ist schon mal den Camino Frances, um die 800 km, gelaufen. Respekt !! Das muss wirklich hart sein. Wenn ich mir vorstelle, dass ich, seit wir gestartet waren, überall Schmerzen hatte, bewundere ich wirklich die Wanderer/Pilger, die 800 km oder auch mehr gehen. Die es bei Wind und Wetter, oft tagelangem Regen, durchziehen. Dieses Mal wanderte sie aber nur einen Teil des Fernweges und traf sich in Madrid mit ihrem Mann, der nicht mit lief. Eine schöne Möglichkeit den Weg ausklingen zu lassen.

In Santillana trennten sich unsere Wege. Guido und ich liefen in Richtung San Vicente de la Barquera. Bis dahin waren es 34,5 Kilometer, das hätten wir auf keinen Fall geschafft. Wir beschlossen in Comillas zu schlafen. Der Weg war mal wieder sehr schön (die hässlichen Ecken ließen wir ja aus). Es ging zwischen Feldern und Wiesen lang. Sehr malerisch.

Insgesamt wanderten wir über sechs Stunden und befürchteten schon an diesem Tag keinen Stempel mehr in unserem Pilgerausweis zu bekommen. Zum Glück trafen wir unterwegs in Pando auf eine kleine Kirche. Sie hatte offen und es war alles schön für die Pilger vorbereitet: ein Stempelkissen mit einem schönen Stempel und ein Buch, in das man sich eintragen konnte. Ich weiß leider nicht mehr, was ich geschrieben habe. Damit hatten wir unseren fünften Stempel.

Gegen Ende zog sich die Etappe ziemlich in die Länge. Mein linker Fuß bereitete mir auch langsam aber sicher Probleme. Stechende Schmerzen, wegen der ich kaum noch normal auftreten konnte.

Unterwegs suchten wir online eine schöne Unterkunft aus, Posada la Solana Montanesa. Supernette Besitzer und schöne große Zimmer. Hier habe ich zum ersten Mal heiß gebadet. Keine Sorge, sonst habe ich geduscht 😉 Jeden Abend, wenn ich langsam runterkam, fing ich an wie verrückt zu frieren. Hatte dann immer alle meine warmen Klamotten angezogen, aber es half nie richtig. Das heiße Bad tat richtig gut. Ich nehme an, es war die Erschöpfung und auch der Hunger, weil wir wg. der Siesta tagsüber seltenst etwas Richtiges aßen. Eigentlich haben wir uns tagsüber hauptsächlich von Bananen ernährt. Wenn wir abends einen Supermarkt fanden, kauften wir Baguette und Salami oder Käse. Das ließ sich auch gut mitnehmen und unterwegs essen.Camino-del-Norte-Küstenweg-Jakobsweg-Spanien-Picknick

An diesem Abend hatten wir leider auch abends kein Glück mit dem Essen. Am Hauptmarktplatz hatte nur noch ein Restaurant auf. Das Essen war echt besch… Ich bin eigentlich nicht pingelig oder erwarte, wer weiß was, aber das war echt schlecht. Der Hunger trieb es rein.

Comillas an sich hat sogar was zu bieten. Unter anderem die Päpstliche Universität Comillas (Universidad Pontificia Comillas) und die Villa Quijano, „El Capricho“, gebaut von Gaudí als Sommerlandhaus für einen vermögenden Geschäftsmann. Man kann sich das Städtchen also genauer anschauen. Leider waren wir ziemlich erledigt.

Stolz auf uns, dass wir tatsächlich über 20 Kilometer geschafft haben, fielen wir halbtot ins Bett.

Patrizia

 

 

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