E4 Trans Kreta #3

Fernwanderweg, Kreta, E4, Backpacking, Trekking, Wandern

24.05.2016 – Burn motherfucker burn!

Die Beine und die Sonne brannten. Direkt hinter Sfinari ging es fast 2 Stunden nur bergauf. Es war richtig hart. Nach 2 Stunden gab es zum ersten Mal eine kleine Verschnaufpause auf einem ebenen Abschnitt. Ansonsten sind wir über 3 Stunden von Sfinari aus aufgestiegen.

Um dann die Hauptstraße zu verlassen, Richtung Livadia abzubiegen und ca. 1,5 Stunden abzusteigen. Am Ende des Abstiegs hatte ich Beine aus Gummi, nix ging mehr. Merken: Zuhause auch mal Krafttraining machen.

Der Weg war nicht das Ziel.

Die Strecke war ziemlich langweilig. Wir liefen stundenlang nur an der Straße. Nichts, das uns ein Aaahhh oder Ooohh entlocken könnte. Kein Schatten. Es war heiß. Wir fühlten uns wie Gyrosspieße, wurden von oben durch die Sonne und von unten durch den aufgeheizten Asphalt gegrillt. Ich möchte nicht wissen, wie es im Hochsommer wäre.

Die Straße war zum Glück nicht so stark befahren, das hätte genervt bzw. wäre unter Umständen auch gefährlich geworden, da man hier keine breiten Seitenstreifen kennt und wir oft am Abhang entlangliefen. Zur Seite springen ist da nicht.

Zum ersten Mal haben wir unsere Trekkingstöcke benutzt. Und tatsächlich brachten sie etwas. Auf jeden Fall haben sie uns geholfen, den langen Anstieg zu überstehen. Die Gesamtstrecke Sfinari bis Livadia von 16,87 km haben wir in 4:37 Stunden geschafft. 733 Meter aufwärts und 720 Meter abwärts. Ich denke, dass wir ohne die Stöcke langsamer gewesen wären.

Fernwanderweg Kreta
Etappe Sfinari nach Livadia.

Ende gut alles gut.

Der Asphalt setzte unseren Knochen ziemlich zu. Gegen Ende konnten wir nicht mehr und waren superfroh Livadia erreicht zu haben. Direkt in der ersten Taverne haben wir nach einem Zimmer gefragt. Fehlanzeige. Auf unsere Frage, wo man denn hier übernachten könnte, antwortete die junge Wirtin “No rooms here at all”. Hallo! Wie? Keine Zimmer?! Aber wo sollten wir denn schlafen? Die nächsten Zimmer gäbe es in Chrisoskalitissis, dem nächsten Dorf. Nee, auf keinen Fall würden wir es nach Chrisoskalitissis schaffen. Das hieße wieder zur Hauptstraße aufzusteigen, bei der Steigung bestimmt an die 2 Stunden, wenn nicht länger. Und nach Chrisoskalitissis waren es auch nochmal an die 10 Kilometer. Alles in allem hätten wir wahrscheinlich nochmal vier bis fünf Stunden laufen müssen. Auf Gummibeinen no way!!

Panik stieg in mir auf. Ich habe uns schon am Straßenrand schlafen sehen. Zelt oder Schlafsäcke haben wir nicht mitgenommen, weil ja “in Griechenland doch jeder ein Zimmer vermietet”.

Zum Glück kam ein deutsches Ehepaar zum Essen in das Restaurant. Da wir nicht weiter wussten, haben wir sie gefragt, ob sie uns irgendwohin mitnehmen würden. Es war uns egal wohin, Hauptsache wieder rauf an die Hauptstraße. Sie waren sehr freundlich und haben uns nach Kefali gebracht, obwohl es ein Umweg für sie war. Hier haben sie auch kurz gewartet, ob wir tatsächlich ein Zimmer bekommen, sonst hatten sie uns noch weiter gefahren. Ich weiß nicht, was wir ohne die beiden gemacht hätten. Also nochmal vielen Dank an dieser Stelle (vielleicht lesen sie das mal durch Zufall). In Kefali gibt es einige Fremdenzimmer, so dass wir schnell einen Platz zum Schlafen gefunden haben.

Fernwanderweg Kreta

Patrizia

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