Camino del Norte #9 – Ribadesella nach Colunga

Jakobsweg, Küstenweg, Fernwanderung, Spanien, Pilgern

01.06.2015 – Diesmal ging es nicht ganz so früh los. Nach dem vorangegangenen Tag wollten wir nicht ohne ein ordentliches Frühstück starten. Bereits am Vorabend hatten wir uns ein kleines Café ausgesucht, in dem wir ordentlich Grundlagen für den Tag schaffen wollten. Wir nahmen das übliche, Baguettes mit leckerem Seranoschinken und Tomaten. Dazu, wie immer köstlich, Cafe con Leche.

Ob das mit dem Café con Leche genauso ist wie mit den Weinen, die man im Urlaub trinkt? In der Fremde findet man diese köstlich, zu Hause würde man manche am liebsten direkt wegkippen.

Wir nahmen jeweils noch ein weiteres Baguette für unterwegs mit – man ist ja nicht lernresistent, die letzte Etappe hat uns gezeigt, dass Essen sehr wichtig ist :-).

Die Wasserschlacht

Das Wetter war grau in grau und es begann zu regnen. Wir hatten bis zu dieser Etappe wettertechnisch Glück gehabt. Klar geht es immer noch besser, aber man kann auch zwei Wochen Regen in Nordspanien erleben.

Aber diesmal hat es uns erwischt. Wir waren bestens vorbereitet mit unseren Riesenponchos von Tatonka, die über uns und die Rucksäcke gestülpt werden könnten. Immer wieder wechselte das Wetter zwischen Nieselregen und kurzen trockenen Momenten. Der Regen war für die Ponchos nicht stark genug, aber ganz ohne Schutz ging es auch nicht. Vor allem wollten wir nicht, dass die Rucksäcke nass werden. Wir entschieden uns die Rucksäcke mit einem Regenschutz zu schützen. Für uns sollten die Softshelljacken reichen.

So ging es durch den Ort, über die Brücke und vorbei an einem Gewässer raus aus der Stadt.

Diesmal waren wir nicht ganz allein unterwegs. Immer wieder wurden wir überholt oder wir überholten ein Paar aus Österreich, das ein ähnliches Tempo wie wir hatte. So ging es durch die satte grüne Landschaft und sanften, manchmal auch unsanften Steigungen in Richtung Meer. Nach knapp zwei Stunden und zwischenzeitlich ziemlich nass waren am Meer angelangt. Wir versuchten in einem Restaurant Unterschlupf zu finden, doch wurden wir unhöflich rauskomplimentiert. Das österreichische Paar hat die gleiche Erfahrung machen müssen. Sie fanden es unmöglich, dass der Wirt so unfreundlich war. Scheinbar hatte der Besitzer keine Lust, dass wir ihm den Laden mit unseren nassen und auch zugegebenermaßen dreckigen Schuhen versauen. Da verzichtet man dann auch gern auf Umsatz. So zogen wir weiter durch den Regen auf kleinen Hohlwegen vorbei an Wiesen und Weiden. Die Landschaft war toll und erinnerte stark an Bilder von Irland, jetzt passte sogar das Wetter :-). Das Meer konnte man vor lauter Nebel und Regen kaum sehen.

Es hat den ganzen Tag, mit kurzen Pausen, durchgeregnet. Ich hätte nie gedacht, dass wir das tatsächlich den ganzen Tag durchhalten würden. Wann geht man zu Hause freiwillig stundenlang im Regen spazieren? Nie! Trotz allem machte es uns sehr viel Spaß auf dem Jakobsweg unterwegs zu sein.

Bei strahlendem Sonnenschein wäre diese Etappe landschaftlich eine der schönsten. Kleine süße Bäche und die immer wieder die zerklüftete Küste mit ihren Sandstränden waren atemberaubend.

Nach über vier Stunden kamen wir an einer Art Imbissbude vorbei, in der wir uns mal ein bisschen aufwärmen konnten. Mittlerweile waren wir äußerst nass. Hier waren bereits einige Pilger eingetrudelt und es kamen weitere hinzu. Die Stimmung drin war trotz der trüben Aussichten draußen sehr fröhlich. Wir kamen mit mehreren deutschsprachigen Pilgern, auch mit dem österreichischen Ehepaar, ins Gespräch – ein reger Austausch über das bereits Erlebte begann. Der Cafe con Leche durfte natürlich nicht fehlen – wie immer absolut lecker. 50 min. Auszeit, dann machten wir uns auf die letzten Kilometer.

Mit Hilfe des Smartphones und Booking.com hatten wir uns über die Unterkunftmöglichkeiten in Colunga informiert. Unsere Wahl fiel auf Mar del Sueve, ein nicht ganz preiswertes aber süßes Hotel.

Wir benötigten noch knapp eine Stunde dann hatten wir unser Ziel Colunga erreicht.

Insgesamt waren wir 5 Stunden und 45 Minuten unterwegs, haben 19,17 km zurückgelegt und sind 736 aufwärts + 696 abwärts gegangen.

Jakobsweg, Küstenweg, Fernwanderweg, Pilgern
Etappe von Ribadisella nach Colunga.

Im Hotel war das Personal sehr freundlich und hat Patrizias nasse Klamotten im Trockner getrocknet. Wegen dem sehr feuchten Wetter, wären die Sachen auf dem Balkon nicht trocken geworden. Schuhe waren am nächsten Morgen leider immer noch feucht …

Guido

 

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