E4 Trans Kreta #6

Fernwanderweg, Griechenland, Kreta, Wandern, Outdoor, Hiking, Trekking, Backpacking

27.05.2016 – Sougia nach Paleochora 

Paleochora – Ein wirklich süßes kleines Städtchen, das eine sehr entspannte Atmosphäre verbreitet. Es hat eine kleine Promenade, die zum Flanieren und Verweilen einlädt. Von einer der Bänke oder von der breiten  Mauer aus, die den Gehweg vom Strand und Wasser trennt, kann man das tolle Licht der untergehenden Sonne genießen und aufs Meer hinausschauen. Die Straße säumen zahlreiche Cafés und Restaurants. Abends wird der kleine Innenstadtkern für den Verkehr gesperrt und bietet den Menschen Platz die schönen Abende draußen zu genießen. Es wird gegessen, getrunken, musiziert. Und das alles ziemlich unaufgeregt, so dass man das Ende des Tages entspannt genießen kann.

Planänderung

Diese schöne Atmosphäre von Paleochora kam unserem Plan, hier zwei Nächte zu verbringen, entgegen. Die Etappe von Elafonissi nach Paleochora erforderte ein Umdenken unseres weiteren Vorgehens. Die südlichen Strecken des E4 waren scheinbar doch anspruchsvoller als wir gedacht haben, vor allem mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken. Deshalb beschlossen wir, unser Gepäck mit einem Boot jeweils in den nächsten Ort auf unserer Wanderung zu bringen und die Strecken ohne unsere komplette Ausrüstung zu wandern. Die Fährverbindungen zwischen den kleinen Städtchen im Süden von Kreta sind ziemlich gut. Man kommt gut voran und kann hin und her hüpfen.

Nach unserer Ankuft in Paleochora am Vortag, sprach uns eine kleine zierliche ältere Frau an und bot uns ein Zimmer an. Das Zimmer war sehr schön. Wir waren froh so ein Glück zu haben, beschlossen 2 Nächte zu bleiben und den Plan mit den Wanderungen ohne Gepäck durchzuziehen.

Imposanter Einstieg

Wir ließen unsere großen Rucksäcke auf dem Zimmer und bestiegen am frühen Morgen die erste Fähre nach Sougia, um von dort zurück nach Paleochora zu wandern. Ausgerüstet mit einem kleinen Rucksack, der vornehmlich dem Transport von Wasser diente, startete die nächste Tour.

Nach einer 45 minütigen Überfahrt mit einer kleinen Fähre kamen wir in Sougia an. Fernwanderweg, Griechenland, Kreta, Wandern, Outdoor, Hiking, Trekking, BackpackingViele die mit uns auf dem Boot waren, machten sich unmittelbar auf den Weg zum Wanderpfad. Wir suchten uns erstmal ein nettes Café am Meer, um ordentlich zu frühstücken. In den vergangenen Tagen liefen wir oft ohne Frühstück los. Diesmal wollten wir uns gut gestärkt auf den Weg machen. Nach ausgiebigem Fühstück begaben wir uns zum Startpunkt der Etappe, dem Eingang in die Lissos-Schlucht. In der Schlucht ging es langsam aber stetig nach oben. Kurz nach einer engen Stelle zwischen imposanten überhängenden Felswänden verließen wir die Schlucht und stiegen auf einem alten Mulipfad im Zickzack zum Rand der Schlucht hoch.

Wir wurden noch von einigen “Wanderern” begleitet – die Mehrzahl war aber scheinbar nur auf den Weg zu den Ruinen von Lissos bzw. zum Strand in der Nähe. Nach dem kurzen Aufstieg erreichte man eine halbe Stunde nach Beginn der Etappe eine Ebene, das Hochplateau Kandouni, das viel Ähnlichkeit mit der Prärie aus den Winnetou Filmen aufwies. Hier oben war die Erde rotbraun. Komplett anders als auf den bisherigen Etappen. Immer wieder stieg uns der Geruch von Thymian in die Nase. Hier und da sah man Ziegen, die sich über die aromatischen Büsche hermachten.Fernwanderweg, Griechenland, Kreta, Wandern, Outdoor, Hiking, Trekking, BackpackingWir folgten  dem kleinen rötlichen Weg zwischen den Thymianbüschen bis zu der Stelle, wo die Ebene direkt vor uns wieder ins Tal abfiel. Wir stiegen in engen Kehren an einer steilen Wand von dem Plateau runter. Mein Eindruck von diesem Teil des Weges: holprig, unwegsam, anstrengend. Eine gewisse Trittfestigkeit war notwendig. Das Rauf und Runter sollte uns auf dieser Etappe immer wieder beschäftigen.

Im Tal, in der Nähe der Ruinen von Lissos angekommen legten wir im Schatten an einer kleinen Trinkwasserquelle eine Pause ein. Hier befüllten wir auch schon die bereits leere Flasche mit kaltem Quellwasser auf. Zu dem Zeitpunkt war es schon gute 30 Grad warm.

Wir hatten diesmal nur eine Flasche Wasser mitgenommen, weil wir wussten, dass es diese Quelle gab. Nach der kurzen Pause gingen wir weiter und waren wieder allein.

 

Nach dem Durchqueren des Tals machten wir uns auf der anderen Seite an den Aufstieg. Natürlich ging es da genauso holprig wieder nach oben, wie zuvor hinab.

 

Die Temperaturen waren mittlerweile weit von denen bei unserem Urlaubsbeginn entfernt. Die Sonne brannte, als wir ein weiteres Plateau erreichten. Dort ging es zur Abwechslung eine Zeit lang flach weiter. Ein schöner Abschnitt um den Puls runter zu bringen und wieder Kräfte zu sammeln. Ziegen kreuzten unseren Weg und zum zweiten mal innerhalb von zwei Tagen kam uns eine komplette Schulklasse entgegen, bewaffnet mit GoPros und anderen Aufzeichnungsgeräten. Wer weiß, wo wir jetzt überall digital auftauchen :-).

Nach dieser kurzen Entspannungsphase ging es wieder ans Eingemachte. An einem Steilhang liefen wir auf einem kleinen Weg über dem Meer rauf und runter. Die Abschnitte waren unangenehm geröllig und deshalb auch rutschig. Wir kamen nur sehr langsam voran und der Wasservorrat ging schneller zu Neige als erwartet.

Fernwanderweg, Griechenland, Kreta, Wandern, Outdoor, Hiking, Trekking, Backpacking
Patrizia kämpft sich den Berg hoch…

Immer wieder kamen uns abgekämpfte Wanderer bzw. Ausflügler entgegen, die von uns wissen wollten, wie lange es bis Sougia dauern würde. Wir konnten natürlich die entsprechende Gegenfrage stellen :-).

Mit zunehmender Dauer bekamen wir Probleme mit dem Wasser, 3 Liter für 2 Personen ist in dieser Hitze einfach viel zu wenig. Ich spürte die ersten Effekte, war wirklich schlapp und wackelig auf den Beinen. Glücklicherweise gab es am Sandy Beach, den wir leicht dehydriert erreichten, eine Imbissbude mit reichlich eiskalten Getränken…was für ein Genuss!

An dem Punkt nahm ich mir vor für die nächste Etappe 5 Liter Wasser mitzunehmen.

Nach dieser erfrischenden Pause im Schatten konnten wir die letzten Kilometer auf einer Schotterpiste ohne weitere Schwierigkeiten zu Ende bringen.

 

Für die 13,5 Kilometer haben wir fast 6 Stunden gebraucht.

Guido

Fernwanderweg, Griechenland, Kreta, Wandern, Outdoor, Hiking, Trekking, Backpacking

 

Es darf kommentiert werden:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.