Camino del Norte #11 – Villaviciosa nach Gijón

Die Königsetappe

03.06.2015 – 27 km und die beiden für uns größten Erhebungen auf unseren geplanten Etappen lagen  an diesem Morgen vor uns – es galt den Alto de la Cruz mit 436 m und den Alto del Curbiello mit 268 m zu überwinden. Unser Respekt war groß. Die lange Tortur vom ersten Tag war noch recht frisch. Dieser lepsche Hügel war gerade mal 250 m hoch und wir sind danach quasi auf dem Zahnfleisch gekrochen. Gut es war auch der erste Tag, wir hofften also an Tag 11 wären wir fitter.

So standen wir in freudiger Erwartung in der Eingangshalle unseres Hotels und nahmen unsere kleinen Verpflegungsbeutel in Empfang, die freundlicherweise an der Rezeption für uns bereit lagen. Die Mannschaft vom Hotel war richtig lieb zu den Pilgern, stellte jedem etwas Reiseverpflegung zusammen. An diesem Morgen wollten wir es ausnutzen, dass wir in einem „richtigen“ Ort schliefen und zogen doch eine größere Stärkung vor. Am Vorabend hatten wir im El Charran, dem Lokal der deutschen Auswanderin, abgemacht, dass wir am Morgen zum Frühstück kämen. Nach dem leckeren und reichhaltigen Frühstück und natürlich einem oder zwei Café con Leche wanderten wir dann los.

Das Wetter war wieder sehr schön – strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. So ging es zügig raus aus dem beschaulichen Ort, über kleine Brücken und befestigte Wege, vorbei an Wiesen und Weiden den “Bergen” am Horizont entgegen.

 

Schöne Gepräche

Unterwegs trafen wir wieder Carmen und ein deutsches Ehepaar. Bis zum Campingplatz Deva, kurz vor Gijón, liefen wir dann zusammen. Mit Carmen sprachen wir wieder über den Camino. Was er ihr bedeutet, warum sie ihn Jahr für Jahr geht. Sie hat die Antworten auf ihre innigsten Fragen noch nicht gefunden, erhofft sich diese auf dem Camino zu finden. Für uns war es weniger eine spirituelle Angelegenheit als einfach eine tolle Möglichkeit das Land besser kennenzulernen. Denn zu Fuß geht man durch viele zauberhafte Ortschaften, von deren Existenz man nichts wusste und die man sonst keines Blickes gewürdigt hätte. Man sieht wunderschöne Landschaften, die einem die Tränen in die Augen treiben. Im Grunde haben wir uns nur auf einer Strecke von ca. 220-250 km bewegt, aber mit welcher Intensität!! Was wäre uns alles entgangen!

 

Schlappmacher

Kurz vor Gijón konnten wir dann nicht mehr. Patrizias derangierter Fuß meldete sich immer stärker, jeder Schritt eine Qual. Also beschlossen wir uns an der Bushaltestelle gegenüber vom Campingplatz Deva mal hinzusetzen und hofften auf einen Bus. Gemäß Plan sollte auch einer kommen, aber man weiß ja nie. Keiner von uns spricht Spanisch also ist alles Interpretationssache. Das Ehepaar blieb auch und wartete mit uns auf den Bus. Sie konnten auch nicht mehr. Carmen verließ uns und zog alleine weiter.

Der Bus kam tatsächlich und brachte uns in 20 Minuten nach Gijón. Das letzte Stück zog sich noch ziemlich, das hätte zu Fuß noch lange gedauert. Wir waren froh den Bus genommen zu haben. Unser Hotel in Gijón lag, nur durch eine Straße getrennt, direkt am weitläufigen, feinsandigen Strand. Das Wetter hatte zwischenzeitlich etwas nachgelassen und  das Wasser war zu dieser Zeit noch sehr kalt. Ein Spaziergang am Strand, mit den Füßen im Wasser, sollte uns reichen. Wir haben uns entschlossen zwei Tage in Gijón zu bleiben, unseren Füßen eine Pause zu gönnen und das Meer zu genießen.

Unsere Wanderung auf dem Camino del Norte sollte eigentlich in Gijón enden, wir hatten jedoch noch ein paar Tage Zeit und keine Lust in der Stadt zu bleiben. Es galt also zu überlegen, ob wir weiterlaufen oder zurückkehren und die Etappen nachholen, die wir mit dem Bus übersprungen hatten.

Guido

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