Camino del Norte #13 – Cudón nach Santillana del Mar

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Der Abschied naht…

Wir hatten die Etappe von Santander nach Santillana del Mar beim ersten Durchlauf vor ein paar Tagen zurecht aus unseren Plänen gestrichen, da gerade der zweite Teil sehr unattraktiv und belanglos war. Wir wollten jedoch noch ein bisschen weiter wandern – konnten uns mit dem Gedanken, der Camino sei zu Ende, nicht anfreunden.

Faulenzen war in diesem Urlaub einfach nicht unsere Sehnsucht.

So machten wir uns nach einem leckeren Frühstück zum letzten Mal auf den Weg von Cudón nach Santillana del Mar.

Schön ist anders.

Die ersten Kilometer führten uns mit Blick aufs Schwemmland vorbei an endlosen Abwasserrohren, die sich wie Pipelines durch die Landschaft schnitten. Gefühlt Stunden liefen wir entlang diese überdimensionierten Rohre. Schön ist wirklich anders. Aber auch das gehört zum Camino und macht ihn nicht schlechter. Wir querten eine große Fußgängerbrücke, die etwas schwierig zu finden war, ein Eisenbahngelände und gingen weiter an einer viel befahrenen Hauptstraße, die an alten, häßlichen Industriekomplexen vorbei führte. Danach über den Fluß und leider weiter auf Straßen mit nervigem LKW-Verkehr.

Und trotz der nicht allzu schönen Landschaft wurden wir ziemlich sentimental, hingen unseren Gedanken nach und liefen schweigend nebeneinander her. Irgendwie wollten wir den letzten Tag in uns aufsaugen um noch lange davon zehren zu können.

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Irgendwann bog der Weg endlich in ein kleines Wohngebiet ab, wo wir an einer Fischwasserquelle unsere Vorräte auffüllen konnten und in einem kleinen Kiosk, was mittlerweile zum Cafe ausgebaut wurde, eine Cafe con Leche Pause einlegen konnten.

An uns zog ein junger Pilger vorbei, den wir später in Santillana wieder treffen sollten.

Anschließend wurde der Weg endlich wieder ländlich, die üblichen Wiesen und Weiden begleiteten uns bis in einer kleinen Talsohle die beschauliche Stadt Santillana del Mar auftauchte.

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Wie aus der Zeit gefallen wirkte dieser Ort mit seinen alten Steinhäusern und kleinen Gässchen. Gewohnheitsmäßig hatten wir unterwegs eine Übernachtungsmöglichkeit in einem kleinen süßen Hotel, dem Posada de la Abadia, am Rande des Stadtkerns gebucht.

Nach kurzem frisch machen, erkundigten wir die Stadt, holten uns unseren Stempel für den Pilgerpass, gingen einkaufen und anschließend gemütlich essen. Der Ort ist ein magischer Anziehungspunkt für viele Touristenbusse und somit voll gespickt mit Andenkenläden, luxuriösen Hotels und ebenso vielen guten als auch weniger guten Restaurants.

In einem kleinen Supermarkt trafen wir den jungen Pilger wieder, der früher am tag an uns vorbei lief und uns jetzt erzählte, dass er die ganze Etappe, immerhin 38 km, von Santander nach Santillana in einem durchgegangen war. Unseren Respekt hatte er – das hätten wir nie geschafft.

Der Tag danach.

Am nächsten Morgen war unser Camino offiziell zu Ende. Es ging per Bus über Santander nach Bilbao zurück. Dort würden wir noch 2 Tage bleiben und von dort aus nach Hause fliegen. Wir wollten nicht, dass es zu Ende ist. Wir können absolut nachvollziehen, dass manche Leute richtig süchtig nach dem Camino werden. Es ist einfach schön, egal wie weh einem die Beine tun, wie schön oder hässlich die Gegend ist, man läuft wie auf Wolke sieben und kann einfach nicht mehr aufhören.

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In Santander hatten wir eine kleine Pause bis es mit dem Anschlussbus nach Bilbao weiterging. Wir suchten uns ein nettes Cafe und genossen ein ausgiebiges Frühstück.

Zurück im Busbahnhof mussten wir leider am eigenen Leib erfahren, dass der Informationsfluss im Busbahnhof nicht ganz optimal war. Aufgrund einer falschen Anzeige an der Infotafel warteten wir an der falschen Stelle auf unseren Bus. Und während wir da so saßen und uns wunderten, dass unser Bus noch nicht da war, wir aber eigentlich schon hätten abfahren sollen, fuhr auf der anderen Seite ein Bus weg und ein Gedanke regte sich in uns, es könnte vielleicht unserer gewesen sein. Nach einer Rückfrage am Schalter hatten wir die Gewissheit. Unser Bus war gerade abgefahren, während wir nur 3 Meter weiter am falschen Bussteig warteten. Dankenswerterweise erhielten wir kostenlos neue Fahrkarten für den nächsten Bus – mussten jedoch weitere 1,5 Std. totschlagen bis wir endlich nach Bilbao fahren konnten.

In Bilbao haben wir unser Zimmer bezogen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Guido&Patrizia

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